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Katalog Nr. 129
Johann Adam Klein (1792 - 1875)
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Vorwort
Johann Adam Klein (1792 - 1875)
Eine Sammlung rarer Probe-, Ätz- und Zustandsdrucke, sowie Auflagendrucke nach Jahn-Nummern, Porträts des Meisters und Arbeiten nach Johann Adam Klein.
Johann Adam Klein "war stets bemüht, auch in den kleinsten Erscheinungen der Natur den mächtigen Widerhall menschlicher Seele und der großen Schöpfung zu erkennen. Da sonach Klein stets in dem Kleinen das Große erkannte, erkennen wir in Klein den großen Künstler."
Mit diesen treffenden Worten wurde der Maler und "Kupferätzer" J.A. Klein an seinem 70. Geburtstag geehrt. Die Grundlage für seine spätere Meisterschaft legte der Nürnberger Kupferstecher Ambrosius Gabler, bei dem Klein fünf Jahre lang in die Lehre ging. Von 1811 bis 1819 lebte Klein vorwiegend in Wien und unternahm verschiedene Reisen. Die so erhaltenen Eindrücke, die zahlreichen Truppenmärsche während der Befreiungskriege, die Uniformen und Trachten verschiedenster Nationalitäten, Tiere aller Art, Pferde, Fuhrwerke, Landschaften, Porträts usw. verarbeitete er in zahlreichen Zeichnungen und Radierungen. Zahlreiche Freundschaften mit Malerkollegen bereicherten sein künstlerisches Schaffen. Von einem zweijährigen Aufenthalt in Rom und Neapel brachte er zahlreiche Studienblätter für spätere Ölbilder und Radierungen mit. 1823 ließ sich in Nürnberg nieder, 1839 zog er nach München, wo er 1875 starb. Schon zu Lebzeiten zu seltener Popularität gelangt und mit Auszeichnungen geehrt, genoß er "als Mann von milder, biederer Gesinnung und liebenswürdigster Bescheidenheit die ungetheilte Achtung und Verehrung Aller, die ihn kennen" (Jahn).
366 graphische Arbeiten umfaßt das Gesamtverzeichnis seiner Werke, das C. Jahn 1863 bei Montmorillon in München herausgab. Wir haben uns in unserem Katalog an Jahns Reihenfolge bzw. Numerierung gehalten. Bei den Blättern handelt es sich vorwiegend um Radierungen. Seltener sind die gesuchten Lithographien, Blätter in Crayonmanier und Schabkunst sowie die wenigen Stahlstiche.
Kleins erster Verlag war Frauenholz in Nürnberg, gefolgt von Boerner, Campe und Zeh, in Wien von Kettner und Artaria (Gesamtverzeichnis der Verlage bei Jahn, S. 158).
Das Werk Kleins wurde in Wien vom Artaria Verlag betreut. Der Verlag ging 1931 in Folge der Weltwirtschaftskrise in Konkurs. Im Jahre 1932 wurde im Dorotheum in Wien der Nachlaß des Artaria-Verlages versteigert. Die ca. 400 Blätter unseres heutigen Angebotes stammen überwiegend aus dieser Auktion von 1932! Sie wurden von dem rheinischen Sammler Hans Gutacker erworben und seitdem nicht am Markt angeboten. Die Sammlung enthält zahlreiche, äußerst seltene Aetz- und Erstdrucke sowie verschiedenste Zustandsdrucke, die schon immer kaum zu finden waren. Sie sind alle im Katalog von Jahn genau beschrieben und lassen sich klar nachvollziehen. Die Bezeichnungen mit Bleistift von alter Hand in den Rändern unten haben wir, soweit es die Zustände betrifft, genau nachgeprüft und in seltenen Fällen korrigiert. Die Blätter sind durchweg normal- bis breitrandig und dort gering bzw. etwas fleckig, die Aetzdrucke in der Regel knapp außerhalb der Plattenkante beschnitten.
Vollständige Folgen ergaben sich mehrfach bei der Aufnahme, darunter auch von Aetzdrucken. Einzelblätter aus diesen Folgen sind unter ihrer Jahnnummer gesondert aufgeführt.
Bei den Kopien unterscheidet Jahn zwei Arten: Die eigentlichen Kopien nach Drucken von Klein und die Drucke anderer Künstler nach Zeichnungen von Klein. Die erste Art ist bei Jahn und in diesem Katalog unter der jeweiligen laufenden Nummer aufgeführt, die zweite Art bei Jahn in einem eigenen Verzeichnis unter "Copien" (Jahn S. 167 bis 172). Wir haben diese zweite Art in unserer Rubrik "Kopien" gesondert aufgeführt. Ebenso gesondert aufgeführt sind die Porträts, auf denen Klein selbst dargestellt ist, und seine Zeichnungen. Eine Besonderheit von Kleins künstlerischem Schaffen sind die Gemeinschaftsarbeiten mit anderen Künstlern, darunter mit Mansfeld und mit seinem engen Freund Johann Christoph Erhard. Alle Gemeinschaftsarbeiten finden sich, wie bei Jahn, unter der entsprechenden Nummer.
Der Verlag Zeh in Nürnberg erwarb 1844 alle Platten von Kleins eigenem Verlag und veranstaltete eine Neuausgabe mit insgesamt 100 Blättern. Ca. 60 dieser Blätter bieten wir, lose gesammelt in einem Originaleinband der Zeit, als Ganzes an, daneben ein zeitgenössisches, handschriftliches Verzeichnis aller seiner Arbeiten bis zum Jahre 1843.
Eine "Biographische Notiz" aus dieser Zeit charakterisiert das Kunstschaffen Kleins folgendermaßen: "Alle seine Darstellungen zeichnen sich durch große Naturtreue und durch Leben aus, das höchste aber leistet er in Darstellung von Tieren, namentlich zeugen seine Pferde von einem seltenen Studium der Racen dieses edlen Thieres, sie sind der Natur abgelauscht. Eine treffliche Charakterisirung des niederen Volkes in seinen Beschäftigungen und Trachten kennzeichnet seine Werke und nie ist das Gepräge von Volk und Land sprechender zum Ausdrucke gebracht worden, als in Klein’s Darstellungen."
Aus dem Inhalt
- Porträts des Meisters (1 - 5)
- Probe, Aetz- und Zustandsdrucke, sowie Auflagendrucke, geordnet nach Jahn-Nummern (6 - 390)
- Arbeiten nach J.A. Klein, Zeichnungen (zugeschrieben) und einige Kuriosa(391 - 416)
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