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Über Landkarten

Geschichtliches

Braunschweig von Gerhard Mercator
Braunschweig von Gerhard Mercator

Angers von Abraham Ortelius
Angers von Abraham Ortelius

Württemberg von Blaeu
Württemberg von Blaeu

Bremen von Homann
Bremen von Homann

Nürnberg von Seutter
Nürnberg von Seutter

Der Begründer der Kartographie im heutigen Sinne ist Gerhard Mercator, der seit 1538 an seinen Karten arbeitete. Allerdings wurde sein Atlas erst postum 1595 herausgegeben. Von seinem Freund Abraham Ortelius erschienen Atlanten seit 1570.

Zwar gab es schon vor diesen beiden Pionieren gedruckte Landkarten, z.B. in Schedels Weltchronik oder Sebastian Münsters Cosmographie. Sie taugten aber nicht für Landreisende oder Seefahrer. Der sich ausweitende Welthandel, gefördert durch die Entdeckungen seit 1492, verlangte nach genauen Aufzeichnungen, und so bedingte die steigende Nachfrage nach zuverlässigen Karten auch deren Herstellung.

Am Schmuck dieser Druckerzeugnisse lässt sich dieser Wandel der Bedürfnisse gut ablesen. Zeigten die frühen, ungenauen Holzschnittkarten noch allerhand Fabelwesen, so werden die Karten seit Ortelius und Mercator mit Trachten der Bewohner verziert, mit Entfernungsangaben versehen sowie ornamentalen Kartuschen mit den Porträts der Herrscher, mit Wappen usw.

Durch Heiraten und Erbgänge wurden viele dieser Kupferplatten von einer Generation zur nächsten weitergegeben und, nur wenig verändert, immer wieder nachgedruckt.

Der führende Kartograph des 17. Jahrhunderts, W.J. Blaeu, hatte eine eigenartige Karriere. Er lernte zunächst im väterlichen Geschäft den Heringshandel. Dann ging er zu dem berühmten Astronomen Tycho Brahe nach Dänemark, um sich wissenschaftlich zu bilden. Seit 1596 finden wir ihn in Amsterdam als Kartenzeichner und Globenmacher. Seine Seekarten waren so berühmt, dass die Ostindische Compagnie ihn 1633 als ihren Kartenmacher anstellte. Seine Söhne vollendeten die bekannte „Geographia Blaviana“.

In Deutschland wird das 18. Jahrhundert von J.B. Homann und seinen Erben in Nürnberg beherrscht sowie von G.M. Seutter in Augsburg. Das Kartenbild ändert sich insofern, als jetzt die Grenzen der jeweiligen Territorien durch Grenzkolorit gekennzeichnet werden, oft auch durch zusätzliches Flächenkolorit. Die Schlachten besonders des Siebenjährigen Krieges werden im größeren Zusammenhang dargestellt, wodurch wir z.T. sehr wertvolle topographische Kenntnisse zur Ortgeschichte gewinnen können.

Eine Besonderheit sind die Reisekarten für unterwegs, die, meist auf Leinen aufgezogen, in der Satteltasche mitgeführt und entsprechend auf- und zugefaltet wurden. Für Bayern ist die Finckh’sche Karte von 1687 ein schönes Beispiel.

Die Napoleonzeit bringt einen Quantensprung in der Kartographie. Alle kriegführenden Nationen hatten jetzt in ihren Armeen eigene Vermessungstechniker bzw. –ingenieure, die äußerst präzise Karten, Grundrisse usw. erstellten. Die neu erfundene Technik der Lithographie ermöglichte eine preisgünstige Herstellung. Ohne sie wäre z.B. der bayerische Urkataster von 1808, erstellt aus steuertechnischen Gründen, nicht möglich gewesen.

Mit Einführung der Volksschulpflicht, neben der Wehrpflicht eine der dauerhaften Errungenschaften der Französischen Revolution in Europa, wurden Atlanten für den Schulgebrauch notwendig. Stahlstich und Lithographie ermöglichten es, dieser Notwendigkeit in entsprechenden Stückzahlen nachzukommen.

Freilich kann man nicht davon ausgehen, dass, selbst bei größeren Auflagen, viele dieser Atlanten heute noch erhalten sind. Wer einmal Schulbücher in Händen hatte, weiß, dass sie schon nach wenigen Jahren praktisch unbrauchbar sind und zum Altpapier gegeben werden.
Das war früher nicht anders. Deshalb sind nicht nur die von vorneherein seltenen Kartenbilder des 16. bis 18. Jahrhunderts, sondern auch die des 19. durchaus zu den Raritäten zu rechnen.

Techniken

Die Techniken entsprechen grundsätzlich denen der anderen Stiche unseres Angebots. Die wichtigsten Techniken sind hier in unserem „Sammlerinfo“ unter dem jeweiligen Stichwort beschrieben.

So beschreiben wir Landkarten

In der Hauptaufnahme zitieren wir nur den auf der Karte gedruckten Titel. Die Beschreibung des dargestellten Gebietes, ob Herzogtum, Grafschaft, Bistum, Kurfürstentum o.ä. folgt im Kommentar. Bei Karten aus dem 19. Jahrhundert, die keinen Titel haben, steht in der Hauptaufnahme nur ein Kurztitel, die genaue Beschreibung mit den dargestellten Orten und Landschaften folgt im Kommentarteil. Dort finden Sie auch Angaben zum Kolorit und zum Zustand.

Einige informative Nachschlagewerke

Ein gutes Grundlagenwerk ist Leo Bagrows Geschichte der Kartographie (in vielen Auflagen zu finden), ferner das zusammen mit R.A. Skelton herausgegebene, sehr anregend illustrierte Werk „Meisterwerke der Kartographie“. Die wichtigsten Kartenmacher hat W. Bonacker in seinem bei Hiersemann erschienenen Nachschlagewerk erfasst. Die niederländischen Kartenmacher sind in fünf Bänden bibliographisch beschrieben bei C. Koeman. Zum Werk von Ortelius gibt es ein neueres kompaktes und gut illustriertes Nachschlagewerk. Über einzelne Regionen und Länder, bestimmte Kartographen oder Epochen gibt es zahlreiche weitere Bibliographien. Wir informieren Sie gerne und sind Ihnen auch bei der Beschaffung behilflich.