» Startseite » Über Uns » Kontakt
english Version
Aktuelles | Kataloge | Online-Antiquariat | Fotogalerie | Gemäldegalerie | Sammler-Info | Allgemeine Infos & AGB

» Sammler-Info



Graphische Techniken
Heiligenlexikon
Künstlerlexikon
Städteansichten
Landkarten
Porträtstiche



Allgemeine Bemerkungen zum Porträtstich

Geschichtliches
Rhazes (860 - 932)
Rhazes (860 - 932)

Theodor Beza (1519 - 1605)
Theodor Beza (1519 - 1605)

Christoph Gugel (gest. 1616)
Christoph Gugel (gest. 1616)

Herzog Johann II. von Sachsen-Weimar (1570 - 1605)
Herzog Johann II. von Sachsen-Weimar (1570 - 1605)

Kurfürst Christian II. von Sachsen (1583 - 1611)
Kurfürst Christian II. von Sachsen (1583 - 1611)

König Ludwig I. von Bayern (1786 - 1868)
König Ludwig I. von Bayern (1786 - 1868)

Die Darstellung von Einzelpersonen in realitätsnahen Porträts ist ein typisches Produkt der Renaissance mit ihrem neuen Menschenbild. Noch die Schedelsche Weltchronik von 1492 ist mit ihren typisierten Porträts vollkommen dem Mittelalter verhaftet. Sie verwendet einen Holzstock für mehrere Personen und tauscht nur die Namen aus. Seit der Dürerzeit bemühen sich Zeichner und Stecher um realistische Personendarstellungen, die sich im Laufe der Zeit immer mehr vervollkommnen.

Schon damals ließen sich nicht nur die Angehörigen der Fürstenhäuser, sondern zunehmend auch Männer und Frauen aus dem niederen Adel, aus städtischen Patriziergeschlechtern sowie aus Kunst und Wissenschaft im Druck darstellen. Eine besondere Rolle spielen in dieser Zeit die religiösen Umwälzungen. Wer der neuen lutherischen oder calvinischen Lehre anhing, wollte ein Bild seines Reformators in der Stube aufhängen, wodurch die Porträtisten, Drucker und Verleger ein breites Publikum vorfanden. Den Vertrieb besorgten herumreisende sog. „Bilderhändler“, die neben ihren sonstigen Waren diese Porträts wie Flugblätter verkauften und so die Neugier der Leute befriedigten.

Hochmögende Privatpersonen verschenkten ihr gedrucktes Porträt gerne an Verwandte oder als Freundschaftsgabe zu besonderen Anlässen. Hier war die Auflage vergleichsweise niedrig gegenüber den Porträts von Personen der Zeitgeschichte, weil der interessierte Personenkreis klein war. Ein häufiger, allerdings trauriger Anlaß für das Anfertigen solcher Porträts war naturgemäß das Begräbnis dieser Person. Ihr Bild weist dann auch ihr Geburts- und Todesdatum auf und hatte die Funktion unserer heutigen Sterbebildchen. In diesem Fall ist die Enstehung des Porträts sehr genau datierbar.

Gegen Ende des 16. Jahrhundert gibt es die ersten Porträtsammlungen, z.B. von de Bry, Tobias Stimmer oder Hondius. Häufig hat ein Stecher vom anderen „abgekupfert“, weil das copyright meist nur regional durchzusetzen war. Durch Raubkopien enstanden zahlreiche, einander ähnliche Porträts berühmter Personen.

Mit neuen Drucktechniken (Schabkunst, Crayonmanier usw.) entwickeln sich auch Qualität und Raffinesse der Porträts weiter, wobei die Farbstiche des späten 18. Jahrhunderts sicher einen Höhepunkt darstellen. Das 19. Jahrhundert popularisiert durch Lithographie und Stahlstich die Porträtkunst in einem vorher nicht gekannten Ausmaß, und es ist sicher kein Zufall, dass Hanfstaengls lithographische Ateliers in München und Dresden für ihre Porträts die bis heute führende, neue Technik mit als erste benutzen: die Photographie.

So beschreiben wir Porträtstiche

Bei unseren Beschreibung folgen wir im allgemeinen folgender Systematik:

  • Umfang der Darstellung, also Brustbild, Halbfigur (bis zur Taille), Hüftbild, Kniestück oder Ganzfigur;
  • Blickrichtung, also die Ausrichtung des Gesichts (nicht der ganzen Figur) en face, viertellinks/rechts, halblinks/rechts, dreiviertellinks/rechts oder im Profil nach links/rechts, immer gesehen vom Betrachter;
  • die unmittelbare Umrahmung, also „im Oval“, „im Achteck“ usw. Die Bezeichnung „Schriftoval“ oder „Lorbeeroval“ bedeutet, dass in diesem Oval ein Schriftband bzw. ein Lorbeerkranz umläuft;
Titel oder Beruf der/des Dargestellten. Wir geben dabei möglichst den Endpunkt der jeweiligen Karriere oder Stellung an, also z.B. „Feldmarschall“. Wenn die Person zum Zeitpunkt der Darstellung noch nicht Feldmarschall war, verwenden wir einen entsprechenden Zusatz, z.B. „als Oberst“ o.ä.

Kleidung, Bewaffnung, besondere Kennzeichen u.ä.;

die Umgebung, z.B. „vor Bücherwand“, oder „seitlich allegorische Figuren“, oder „im Hintergrund Schlachtengetümmel“ usw.

Zusatzinformationen und Zustandsbeschreibung finden sie wie immer im Kommentarteil.

Techniken

Die Techniken entsprechen grundsätzlich denen der anderen Stiche unseres Angebots. Die wichtigsten Techniken sind hier in unserem „Sammlerinfo“ unter dem jeweiligen Stichwort beschrieben.

Der APK

Wenn möglich, haben wir unter dem Kürzel „APK“ eine Nummer angegeben. Sie bezieht sich auf den bei Georg Olms in Hildesheim 1967 erschienenen „Allgemeinen Porträt-Katalog“, herausgegeben von H.-D. von Diepenbroick-Günther (Nachdruck der Ausgabe 1931-33). In diesem Katalog sind 44221 Porträts mit Kurzbeschreibungen aufgelistet. Er gilt bis heute als das Hauptnachschlagewerk für Porträtsammler und ist entsprechend verbreitet.

So sortieren wir Porträtstiche

Die Sortierung der Porträts in unseren Katalogen erfolgt alphabetisch nach Familiennamen. Eine Ausnahme bilden die regierenden Fürstenhäuser Europas. Deren Mitglieder werden mit ihrem Vornamen aufgeführt, nicht mit dem Geschlechternamen, z.B. „Max I. Joseph, König von Bayern“ und nicht „Bayern, Max I. Joseph“ oder „Wittelsbach, Max I. Joseph“. Die Mitglieder der verschiedenen Zweige des Hauses Oranien haben wir unter ihrem Familiennamen zusammengefasst.

Gesichtspunkte für Sammler

Durch unser Ordnungssystem sind wir in der Lage, unsere Sammler nach verschiedenen Gesichtspunkten zu bedienen, und Sie selbst können mithilfe unserer Wortsuche zumindest teilweise daran partizipieren. Am häufigsten und einfachsten ist das Sammeln nach Personen. Sie sind, wie dargelegt, alphabetisch zu finden. Wer Persönlichkeiten eines bestimmten Ortes sucht, hat zwei Möglichkeiten. Wenn man die Namen schon kennt, sucht man im Alphabet. Unbekannte Personen sucht man in der Wortsuche unter dem Ortsnamen. Dort erscheinen dann nicht nur die Ortsansichten, sondern alle Stiche, deren Beschreibung den Ortsnamen enthält. Wir haben in der Regel den Lebensmittelpunkt des Dargestellten aufgeführt, also z.B. „Pastor in Nürnberg“. Auf ähnliche Weise kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten sammeln, z.B. bestimmte Berufe (Ärzte, Alchemisten usw.), bestimmte Epochen (Generäle Friedrichs d.Gr.), bestimmte Techniken (z.B. Schabkunstblätter), bestimmte Künstler (z.B. Lips oder Bause) usw., die man dann wie oben beschrieben findet.

Unser Bestand

Bei allen ihren Suchwünschen bitten wir Sie immer um eine zusätzliche Anfrage (Telefon, Brief, Fax, e-mail), denn wir haben erst einen Teil unseres Lagers komplett bearbeitet. Dieses Lager ist aber intern vollständig erschlossen, so dass wir schnellen Zugriff haben und Sie u.U. mit Blättern bedienen können, die sie noch nicht im Internet bzw. im Katalog finden. Es lohnt sich also für sie immer, mit uns direkt in Kontakt zu treten. Wir sind ihnen bei allen ihren Suchwünschen gerne behilflich.