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Kleines Künstlerlexikon

Unser kleines Künstlerlexikon soll Ihnen die wichtigsten Zeichner, Stecher, Drucker und Verleger der dekorativen Graphik im weitesten Sinne vorstellen. Buchillustratoren und Gebrauchsgraphiker des 20. Jahrhunderts sollen ebenso Platz finden. Von den hier genannten Künstlern haben wir in der Regel auch stets Arbeiten vorrätig.

Im Lexikon führen wir die Namen (auch verschiedene Schreibweisen) und die Lebensdaten auf, geben eine kurze Lebensbeschreibung und stellen, wenn verfügbar, ein möglichst zeitgenössisches Porträt dazu. Manche der Porträts stammen aus unserem Lagerbestand und sind verkäuflich.
Das Lexikon wird kontinuierlich weitergeführt. Wenn Sie also zu einem bestimmten Künstler nichts finden, schreiben Sie uns bitte.

Quellen:
U. Thieme und F. Becker, "Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler"
H. Vollmer, "Künstlerlexikon des 20. Jahrhunderts"
J. Busse, "Maler und Bildhauer des 19. Jahrhunderts"
P. Babendererde, "Dekorative Graphik"
A. Fauser, "Repertorium älterer Topographie"
W. Bonacker, "Kartenmacher aller Länder und Zeiten"



Katalog-Günther-Künstlerlexikon

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  Apian, Philipp (1531 Ingolstadt - 1589 Tübingen).

Kartograph, Professor der Mathematik und Astronom.

Sohn des Geographen, Astronomen und Professors der Mathematik Petrus Apian. Ging bereits 1542 an die Universität. Als Nachfolger seines Vaters wurde er 1552 Professor. Herzog Albrecht V. beauftragte ihn mit der Vermessung Bayerns, die er von 1554-1561 unternahm. Unter künstlerischer Mitwirkung von Jost Amman u.a. konnte er diese Vermessung fertigstellen und als Karte herausgeben; sie erschienen 1566 in verkleinertem Maßstab.

"Bairische Landtafeln XXIIII"

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  Bertius (= Berts), Pierre (1565 Beveren - 1629 Paris).

Kosmograph und Professor der Mathematik.

Nach seiner Studienzeit an der Universität Leiden wurde er Professor und Bibliotheksdirektor da selbst. Zu seinem Freundeskreis gehörte J. Hondius, dem er vermutlich den Erwerb des Mercator Nachlasses vermittelte. 1620 floh er nach Paris wo er Historiograph Ludwigs XIII. wurde. Er verfasste viele bekannte und vielverbreitete Atlanten und Ansichtenwerke.

"Theatrum Geographiae Veteris"

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  Blaeu, Willem Janszoon (1571 Alkmaar - 1638 Amsterdam).

Kartograph und Verleger.

Zunächst lernte Blaeu wie sein Vater den Heringshandel, aber 1594 ging er zu wissenschaftlichen Studien zu T. Brach. Zwei Jahre später machte er sich als Karten- und Globenmacher selbständig. Nach eigenen Gradmessungen gab er ab 1605 in vielen Auflagen eigene Welt-, Wand-, Seekarten und Atlanten heraus.
1629 gelang es ihm zahlreiche Druckplatten aus dem Nachlass Amsterdamer Verlegers Jodocus Hondius (1563-1612) zu erwerben. Ab 1633 Kartenmacher der Ostindischen Compagnie und im gleichen Jahr zum "Kartenmacher der Republik" ernannt worden.
Sein Sohn Joan Blaeu (1596-1673) führte seinen Verlag fort. Die 1672 durch ein Feuer vernichtete Druckerei in Amsterdam galt als eine der schönsten in Europa.

"Tooneel des Aerdricx"

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  Bodenehr, Gabriel d. Ä. (1664 - 1758).

Kupferstecher und Verleger in Augsburg.

Die Offizin der Stridbeck bestand seit Jahrzehnten als sie 1631 Johann Georg Bodenehr mit seinen Söhnen übernahm. Augsburg zählte damals zu den Hochburgen des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Deutschland. Die Familie setzte die Ausgabe des von Stridbeck begonnenen "Atlas curieux" fort. Besonderen Erfolg hatten die von Gabriel Bodenehr selbst gestochenen Werke und Arbeiten.

"Force d'Europe oder Europens Pracht und Macht"

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  Brabandt, Rudolph (1902 Leipzig - 1973 Leipzig).

Maler und Graphiker.

1902 wurde er als Sohn des Lithographen Richard Hermann Brabandt in Leipzig geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er 1917 eine Lehre als Tiefdruckretuscheur in dem Betrieb von J.J. Weber, dem Herausgeber der "Leipziger Illustrierten Zeitung". Anschließend arbeitete er als graphischer Techniker in diesem Betrieb und besuchte von 1919 bis 1922 gleichzeitig Halbtagsseminare an der Akademie in Leipzig. Dort war er einige Zeit auch als Dozent tätig.
1923 bis 1925 folgte ein Aufenthalt in der Schweiz mit Arbeiten für die "Schweizer Illustrierte Zeitung", für Orell-Füßli in Zürich und für den Staatsverlag in bern. In dieser Zeit wurde er Mitglied des Schweizer Lithographenbundes.

1925 kehrte er zurück nach Leipzig und war dort freischaffend tätig bis 1929, dem Jahr seiner Eheschließung mit Hildegard Kogge. Seitdem arbeitete Brabandt zunächst bei Max Breslauer, ab 1930 war er im Graphischen Betrieb von Oscar Brandstetter angestellt. 1939 legte er die Meisterprüfung im Graphischen Gewerbe ab.
Mit Kriegsbeginn änderte sich das Tätigkeitsfeld des Künstlers. Er war nun ausschließlich mit der Herstellung von Landkarten, Vermessungen u.ä. beschäftigt.

Am 10.10.1944 wurde Brabandt eingezogen, aber schon am 22.10. verwundet und im Januar 1945 als Invalide mit einer Beschädigung von 60% entlassen.

Nach 1945 arbeitete er freiberuflich, u.a. für den "Militärverlag Moskau" in Leipzig und den Kunsthändler Haller in München, nach Gründung des Fachbuchverlags in Leipzig ausschließlich für diesen, und zwar als freischaffender graphischer Zeichner.

1946 trat Brabandt der LDPD bei und wurde Mitglied im Verband der Kulturschaffenden. Sein späterer Austritt hatte eine Verkaufsverbot seiner Werke zur Folge. 1952 wurde er von seiner Frau geschieden.

1961 machte man ihm den Prozeß wegen "Staatsverleumdung", er musste für sieben Monate ins Gefängnis. Brabandt starb 1973 in Leipzig.

Wir haben dem Künstler einen eigenen Katalog gewidmet. Bitte fordern Sie diesen kostenlos an.

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  Bry, Theodor de (1528 Lüttich - 1598 Frankfurt).

Goldschmied, Kupferstecher und Verleger.

Aus einer reichen Familie stammend, erlernte er den Beruf des Goldschmiedes und Kupferstechers. Nach seiner Flucht aus der Heimat gründete er eine Buchhandlung in Frankfurt. Der Verlagskatalog von 1609 gibt die Menge der von ihm und seinen Söhnen illustrierten Werke auf und beweist, daß er mit seinem Fleiß, großen Erfolg als Buchillustrator hatte. Das Unternehmen wurde nach seinem Tode von seiner Witwe und seinem Sohn Johann Theodor weitergeführt bis der Schwiegersohn des Johann Theodors, Matthäus Merian, die Leitung übernahm.



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  Cellarius, Christoph (1638 Schmalkalden - 1707 Halle).

Geschichtsschreiber und Geograph.

Christoph Cellarius (bürgerlich Christoph Keller) war ab 1693 Professor für Rhetorik und Geschichte an der Universität Halle. Zwischen 1701 und 1706 erschien in Leipzig bei Gleditsch sein historischer Atlas "Notitia orbis antiqui, sive geographia plenior". Cellarius zeigt in seinem Atlas die Welt zur Zeit des Kaisers August und im Mittelalter. Die Karten wurden von dem Augsburger Johann Georg Beck (1676 - 1722) geschaffen, der ab 1706 seine Werkstatt in Braunschweig betrieb. Auffällig und besonders dekorativ sind die kleinen Kartuschen, meist mit historischen Szenen und Gebäuden oder Personen.

Wir können Ihnen eine ganze Reihe dieser dekorativen Karten aus einer späteren, erweiterten Ausgabe anbieten.

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  Coronelli, Vincenzo (1650 Venedig - 1718 Venedig).

Theologe, Kosmograph und Kartograph.

Nach beendeter Tischlerlehre fand der Sohn eines Schneiders Entwicklungsmöglichkeiten im Ordenseintritt. Hier wurde er in Mathematik und Kosmographie gefördert und ausgebildet. Berühmt für seine Globen, vor allem die zwei großen für Ludwig XIV. Gründer der ersten geographischen Gesellschaft der Erde, der "Akademie der Argonauten". Die Stadt Venedig ernannte ihn zum "Kosmographen der Republik" und zum Lektor der Geographie an der Universität. Er schuf über 500 Landkarten die einzeln und in Atlanten erschienen, des weiteren geographische Werke und Reisebeschreibungen. Seinen Namen bewahrt bis heute der "Coronelli-Weltbund für Globusfreunde", Wien.

"Atlante Veneto"

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  Dilger, Johann Baptist (1814 München - 1847 München).

Zeichner und Lithograph.

Am 24. Februar 1814 in München geboren als Sohn des königl. Central-Staats-Kassa-Offiziant Mathias Dilger und der Webermeisterstochter Anna Maria geb. Hofmann. Das Handwerk des Lithographen erlernte er vermutlich bei Senefelder selbst oder in dessen Schulen und Steindruckereien. Er machte sich bald einen Namen und war für die Verlage von Nikolaus Zach, K. Heindel, Georg Jaquet, J.J. Palm & Ernst Enke tätig.

1841 heiratete er Ursula Hamberger aus Landshut mit der er sechs Kinder hatte von denen drei bald wieder starben. Im Alter von nur 33 Jahren starb er am 10. März an Nervenfieber (Typhus) und wurde im alten südlichen Friedhof beigesetzt.
Er gehört zu den heute vergessenen Münchner Künstlern. In den einschlägigen Künstlerlexika ist kaum etwas über ihn zu finden, obwohl er in der kurzen Lebensdauer an die 200 Lithographien schuf.

Wir können Ihnen viele dieser seltenen Blätter anbieten und möchten damit J.B. Dilger ein wenig der Vergessenheit entreißen.

Werke mit Lithographien von J.B. Dilger:

"Vaterländisches Magazin" 1837 bis 1841

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  Dillis, Johann Georg von (1759 Grüngiebing - 1841 München).

Landschaftsmaler, Zeichner und Radierer.

Der älteste Sohn des kurfürstlichen Revierförsters Wolfgang Dillis dessen Firmpate der Kurfürst Maximilian III. Joseph war, genoss durch diesen schon früh eine wissenschaftliche Bildung am Gymnasium. Schüler von J.J. Dorner d. Ä. 1777-1781 Theologiestudium in Ingolstadt, danach Studium an der Münchner Akademie. Wurde 1790 zum Inspektor der Kurfürstlichen Gemäldegalerie ernannt und später königlicher Galeriedirektor (damit erster Direktor der Alten Pinakothek). Als Kunstagent und Reisebegleiter Ludwigs I. machte er mehrere Italienreisen. Der Landschaftsmaler und Zeichner war von bedeutendem Einfluß auf die gesamte Münchner Landschaftsmalerei. Zu seinem Freundeskreis gehörten K. Heß, Ferdinand und Franz von Kobell, A. Kauffmann, J.H. Rhoden, Gmelin und Thorwaldsen.

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    Dorner, Johann Jakob d. Ä. (1741 - 1813 München).

Maler und Restaurator.

Studium der Holländer und schon früh Ausbildung durch seinen Vater den Maler Johann Jakob Dorner d. Ä. Ab 1803 Restaurator und ab 1808 Galerie-Inspektor der Münchner Gemäldegalerie. In vielen Wanderungen und Reisen erlebte und entdeckte er die oberbayerische Landschaft und war einer der Wegbereiter der Münchner Stimmungslandschaft. Er ist vor allem eine charakteristische Persönlichkeit in der Kunstentwicklung seiner Zeit und übertrifft als Künstler seinen Vater bedeutend.

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  Emminger, Eberhard (1808 Biberach - 1885 Biberach).

Zeichner und Lithograph.

Kam nach kurzem Unterricht beim Maler J.B. Pflug als Lehrling in die Ebner'sche Kunsthandlung. Er machte schnell solche Fortschritte, daß er bereits 16jährig ein vielgesuchtes Bodensee-Album herausgab. Bei L. Ekeman-Allesson erlernte er die Lithographie. Sein großes Blatt "Rosenstein" begründet seinen Namen und ein kgl. Stipendium ermöglicht ihm eine Reise nach Italien. Es folgten viele weitere Reisen da er zeitlebens stehenden Fußes überall das Schöne suchte und erspähte. Der Umfang seiner Arbeiten ist weder katalogisiert noch annähernd bekannt. In der Landschaftszeichnung leistete er hervorragendes und bis zu seinem Lebensende war er unermüdlich tätig.
Sein jüngerer Bruder Konstantin und sein begabter Sohn starben beide jung.

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  Ettinger, Joseph Carl (1805 München - 1860 München).

Landschaftsmaler und Lithograph.

Widmete sich der Malerei an der Akademie unter Wilhelm von Kobell und Max Josef Wagenbauer. Er zeichnete und lithographierte zusammen mit Joseph Anton Sedlmayr viele Veduten von München und dessen Umgebung. Wegen ihrer Naturtreue sind sie heute von großem historischen Interesse.

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  Fer, Nicolas de (1646 - 1720).

Kupferstecher, Verfasser und Verleger in Paris.

Nicolas de Fer hinterließ über 600 Karten und Pläne, die zwar nicht mit Genauigkeit bestechen, aber durch ihre reichen und schönen figürlichen und ornamentalen Umrahmungen. Durch den großen Umfang seines Schaffens war er eine der tragenden Stützen der französischen Kartographie und wurde mit dem Titel "Geograph des Königs" ausgezeichnet.

"Les Forces d'Europe"
"Atlas royal"
"Atlas curieux"
"Théatre de la Guerre"

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  Finckh (Finck), Georg Philipp (gest. 1679 Freising).

Kartograph und fürstbischöflicher Rat.

Georg Philipp Finckh war fürstbischöflich Freisingischer Rat und Hofratssekretär, Pfleger auf der Ottenburg, Lizentiat beider Rechte und sammelte viele Jahre Unterlagen zur Erneuerung von Philipp Apian's „Bairischen Landtafeln".
Seine "S. Rom. Imperii Circuli et Electoratus Bavariae Tabula Chorographic" stellt Bayern – einschließlich Oberpfalz – etwa im Maßstab 1:270000 dar, ist also gegenüber ihrem Vorbild nahezu auf die Hälfte verkleinert. Bezeichnend für Finckh ist, daß er über Philipp Apian hinaus zahlreiche Namen von Waldgebieten und Bergen bringt.
Die Karte wurde in Augsburg von Johann Stridbeck dem Jüngeren auf 28 Platten gestochen, war zusammen mit einem Übersichtskärtchen 1663 fertig und wurde 1671 noch einmal revidiert. Zu Lebzeiten Finckhs wurden jedoch nur Probe- und Dedikationsexemplare hergestellt. Veröffentlicht wurde das Werk erst durch Finckhs gleichnamigen Sohn mit einer Widmung an Kurfürst Max Emanuel von Bayern 1684.

Die handliche und zugleich inhaltsreiche Karte blieb für ein Jahrhundert maßgebend.

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  Geissler, Paul (1881 Erfurt - 1965 Garmisch-Partenkirchen).

Landschaftsmaler und Radierer.

Paul Geissler gehört "zu den ersten deutschen Meistern der Radierung mit Architektur- und Landschaftsmotiven". So charakterisierte der Kunstkritiker Richard Braungart 1922 den Künstler.

Geissler wurde 1881 in Erfurt als Gärtnerssohn geboren. Der Umgang mit der Natur, die traditionsreichen Bauten seiner Vaterstadt und die Künstleratmosphäre des nahen Weimar prägten früh den aufgeschlossenen Knaben. Er lernte Theater- und Dekorationsmalerei, hatte Zeichenunterricht bei Karl Sondermann und arbeitete dann als selbständiger Illustrator. Nach Wanderungen durch Oberbayern und Tirol wurde er Meisterschüler der Kunstschule in Weimar bei Max Thedy und lernte viele bedeutende Künstler der Zeit persönlich kennen, u.a. Klinger, Stuck, Corinth, Liebermann usw. 1909 zog er nach München, wurde Mitglied in der Münchener Künstlergenossenschaft und widmete sich seitdem ausschließlich der Radierung. Es folgten Auslandsreisen nach Belgien und Frankreich und zahlreiche Reisen innerhalb Deutschlands. In München war er im Vorstand des Radiervereins tätig, zusammen mit Peter Halm, Oskar Graf, Karl Bauer und Hubert Wilm.

Seit 1919 lebte und arbeitete Geissler - bis zu seinem Lebensende 1965 - in Garmisch-Partenkirchen. Er unternahm in dieser Zeit immer wieder Auslandsreisen (Schweiz, Italien, USA), die ihn zu malerischen Architektur- und Landschaftsstudien inspirierten.
Häufig druckte er die ersten Abzüge seiner Radierungen selbst zuhause auf einer riesenhaften Presse. Alle diese Blätter zeigen seine genaue Beobachtungsgabe, seine feine, sichere Technik, seine Liebe zum Detail und seine lebendigen Staffagen (Marktgeschehen, Autos usw.) Geisslers graphisches Schaffen ist, bei aller Liebe zur romantischen Atmosphäre, nicht historisierend, nicht rückwärtsgewandt, sondern zeittypisch. Die vielfältigen Eindrücke, die er auf seinen Reisen empfing, hielt er als treuer, gefühlvoller Bildberichterstatter mit der Radiernadel fest. Vieles, was durch Krieg und Zerstörung unwiederbringlich verloren ist, hat er im Bild für uns bewahrt.

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  Heinzmann, Carl Friedrich (1795 Stuttgart - 1846 München).

Landschaftsmaler, Porzellanmaler, Radierer und Lithograph.

Er lernte in Stuttgart bei J.B. Seele, nahm an den Befreiungskriegen teil und übersiedelte dann, unterstützt vom König von Württemberg, nach München. Dort studierte er bei Wilhelm von Kobell die Landschaftsmalerei. Ab 1818 schuf er eine ganze Reihe lithographischer Ansichten von Südbayern. An der Nymphenburger Porzellanmanufaktur arbeitete er ab 1822 al Landschaftsmaler. In diesem Jahr heiratete er auch die Schwester von Franz Xaver Nachtmann, der ebenfalls in Nymphenburg tätig war.

Heinzmanns "außerordentliche technische Gewandtheit befähigte ihn besonders für die minutiöse Porzellanmalerei" (Thieme-Becker). Diese großartigen handwerklichen Fähigkeiten kommen auch in seinen Lithographien zum Tragen. Heinzmann bevorzugte heitere Motive aus den bayerischen, Tiroler und Schweizer Alpen, die er mit reizender figürlicher Staffage ausstattete.

Im Jahre 1840 musste Heinzmann die Porzellanmalerei wegen Überanstrengung der Augen aufgeben. 1843 reiste er nach Italien und brachte eine Fülle von Studien mit, die er jedoch nicht mehr auswerten konnte; er starb 1846 an einer Lungenentzündung.

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  Homann, Erben (1724 Nürnberg - 1852 Nürnberg).

Verlag in Nürnberg.

Der Verlag von Johann Baptist Homann (1664-1724) ging an seinen Sohn Johann Christoph Homann (1703-1730) und nach dessen Tod an Johann Georg Ebersperger und Johann Michael Franz über, die ihn als "Homann'sche Erben" weiterführten.

Johann Georg Ebersperger (1695 Lichtenau - 1760 Nürnberg).
Seine Lehrjahre verbrachte der junge Kupferstecher bei Johann Adam Delsenbach, anschließend ging er auf Reisen. Nach seiner Rückkehr war er beim Kupferstecher Weisshof tätig und heiratete 1719 dessen Witwe Ursula Barbara geb. Schwerdfeger. Er war ein sehr geschickter Kupferstecher, das beweist allein der vorzüglich gearbeitete Reichsadler, welchen er zum Titelblatt vom "Atlas Germaniae specialis" gestochen hat.
"In technischer Beziehung war er ohne Zweifel die Seele des Geschäftes" (Sandler).

Johann Michael Franz (1700 Oehringen - 1761 Nürnberg).
1721 begann Johann Michael in Halle Jura zu studieren, dort studierte zur selben Zeit auch Johann Christoph Homann. Nach seinem Abschluss und zwei weiteren Jahren ging er nach Stuttgart, wo er 1729 die Einladung von Joh.Chr. Homann bekam, als dessen Sekretär nach Nürnberg zukommen. Zunächst wollte Franz nich langfristig bleiben, doch Homann hielt ihn durch List bei sich und setzte ihn 1730 in sein Testament.
Franz der von Haus aus mittellos war musste von Anfang an Schulden machen. 1755 wurde die Situation so unerquicklich für ihn dass er heimlich die Stadt verließ. Er verglich sich mit seinen Gläubigern und verkaufte seine Anteile des Verlages.

Christian Sandler "Die Homanschen Erben und ihre Landkarten. Ein Handbuch", Rockstuhl, 2001.

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  Homann, Johann Baptist (1664 Kambach - 1724 Nürnberg).

Kupferstecher, Verleger und Kartograph.

Er besuchte die Jesuitenschule zu Mindelheim, verbrachte einige Jahre in Klöstern, da er in den Dominikaner-Orden eintreten wollte und nahm jedoch später das lutherische Bekenntnis an. 1687 kam er nach Nürnberg, erhielt dort eine Notariatsstelle und blieb.
Schon bald beschäftigte er sich nebenher mit dem Kolorieren und Kupferstechen, besonders dem Landkartenstich, um sich dann ganz dieser Kunst zuzuwenden.
Er lernte und arbeitete u.a. bei David Funck, Jacob von Sandrat, Heinrich Scherer und Christoph Cellarius.
Nach einem Zerwürfnis mit David Funck gründete er 1702 seine "Homännische Landkarten-Offizin". Seine Karten erfreuten sich schnell größter Beliebtheit und bis zu seinem Tod 1724 hat er fast 200 Karten selbst gestochen.
Sein Verlag besteht unter dem Namen "Homann Erben" bis 1848 weiter.

Christoph Sandler "Johann Baptist Homann und seine Landkarten. Ein Handbuch", Rockstuhl, 2001.

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  Homann, Johann Christoph (1703 Nürnberg - 1730 Nürnberg).

Kupferstecher, Kartograph und Verleger.

Johann Christoph Homann ist der zweitälteste Sohn der Verlegers Johann Baptist Homann (1664-1724). Am 22. August 1703 in Nürnberg geboren und ist er eines von zwei überlebenden Kindern des Verlegers. Er studierte in Halle Medizin und Mathematik. Nach dem Tod seines Vaters übertrug er die Leitung der Homannschen Offizin seinem Schwager Johann Georg Ebersperger (1695-1760). 1725 machte er seinen Doktor, ging auf reisen und übernahm die Leitung der Offizin.
Testamentarisch setzte er noch J.M. Franz, neben seinem Schwager, als Miterben ein. Beide sollten seine geographische Handlung als "Homann'sche Erben" fortsetzen.

Christoph Sandler "Johann Baptist Homann und seine Landkarten. Ein Handbuch", Rockstuhl, 2001.

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  Hondius (de Hondt), Jodocus (1563 Wacken - 1611 Amsterdam).

Kupferstecher und Kartograph.

Im Alter von 2 Jahren kam Jodocus Hondius nach Gent, wo er sich eine vielseitige künstlerische und wissenschaftliche Bildung aneignete. Später beschäftigte ihn der Gouverneur Alexander Farnese (1545-1592) als Stecher in Bevere. Um 1583 ging Hondius nach London, dort wendete er sich der Herstellung mathematischer Instrumente, Globen und dem geographischen Stich zu.
1587 heiratete er in London und spätestens mit der Geburt seines Sohnes Jodocus II, 1593, hatte er sich in Amsterdam niedergelassen.
Im Jahr 1604 kaufte er von Mercators Erben, die Druckplatten zu dessen berühmten Atlas, den er ab 1606 in mehreren Auflagen wieder herausgab.
Jodocus Hondius ist in erster Linie als Geograph und Kartograph von Bedeutung; die Fortstetzung des Mercatoratlas ist sein weitberühmtes Hauptwerkt. Heute als Mercator-Hondius Atlas bezeichnet.
Seine Söhne Jodocus II und Hendrik II setzten seine Tätigkeit fort.

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    Hondius, Willem (nach 1597 Haag - um 1658 Danzig).

Kupferstecher.

Willem Hondius der Sohn des Hendrik I (1573-1649) war und nicht, wie zuweilen behauptet, des Jodocus I, trat 1629 in die Gilde im Haag ein und heiratete 1632 Cornelia van den Enden (die Tochter des Verlegers Martin van den Enden). Ab dem Jahr 1636 finden wir ihn in Danzig, wo er hochgeschätzt und auch vom polnischen Hof reich mit Aufträgen bedacht bis 1652 nachweisbar ist.
Als Porträtstecher ist Willem Hondius einer der tüchtigsten Meister seiner Zeit.

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  Klein, Johann Adam (1792 Nürnberg - 1875 München).

Radierer, Maler und Lithograph.

Johann Adam Klein "war stets bemüht, auch in den kleinsten Erscheinungen der Natur den mächtigen Widerhall menschlicher Seele und der großen Schöpfung zu erkennen. Da sonach Klein stets in dem Kleinen das Große erkannte, erkennen wir in Klein den großen Künstler".

Mit diesen treffenden Worten wurde der Maler und "Kupferätzer" Johann Adam Klein an seinem 70. Geburtstag geehrt. Die Grundlage für seine spätere Meisterschaft legte der Nürnberger Kupferstecher Ambrosius Gabler, bei dem Klein fünf Jahre lang in die Lehre ging. Von 1811 bis 1819 lebte Klein vorwiegend in Wien und unternahm verschiedene Reisen. Die so erhaltenen Eindrücke, die zahlreichen Truppenmärsche während der Befreiungskriege, die Uniformen und Trachten verschiedenster Nationalitäten, Tiere aller Art, Pferde, Fuhrwerke, Landschaften, Porträts usw. verarbeitete er in zahlreichen Zeichnungen und Radierungen. Viele Freundschaften mit Malerkollegen bereicherten sein künstlerisches Schaffen. Von einem zweijährigen Aufenthalt in Rom und Neapel brachte er zahlreiche Studienblätter für spätere Ölbilder und Radierungen mit. 1823 ließ er sich in Nürnberg nieder, 1839 zog er nach München, wo er 1875 starb.

Schon zu Lebzeiten zu seltener Popularität gelangt und mit Auszeichnungen geehrt, genoß er "als Mann von milder, biederer Gesinnung und liebenswürdigster Bescheidenheit die ungetheilte Achtung und Verehrung Aller, die ihn kennen" (Jahn).

Wir haben dem Künstler einen eigenen Katalog gewidmet. Bitte fordern Sie diesen kostenlos an.

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  Kobell, Franz Innocenz (1749 Mannheim - 1822 München).

Landschaftsmaler und Radierer.

Bruder des Malers Ferdinand Kobell von dem er wesentlich lernte. Er war von einem unermüdlichen Fleiße. Seine bevorzugten Techniken waren die Sepia- und Federzeichnung die ihm ein schnelles Arbeiten gestatteten und allein seiner rastlos arbeitenden Phantasie genügen konnten.



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  Kobell, Wilhelm von (1766 Mannheim - 1855 München).

Landschafts-, Tier-, und Schlachtenmaler und Radierer.

Der Sohn Ferdinand Kobells lernte zunächst unter seinem Vater selbst und später an der Mannheimer Zeichnungsakademie unter Franz von Leydensdorff und Egid Verhelst. 1792 wurde er von Karl Theodor als Hofmaler nach München berufen. Er übersiedelte 1793 und verbrachte mit Ausnahme einiger Reisen sein ganzes Leben dort zu. Ab 1814 Professor für Landschaftsmalerei an der Münchener Akademie.
Unter der Druckgraphik sind besonders seine Umrißradierungen hervorzuheben die stets zur Aquarellierung bestimmt waren und nur in Zusammenwirkung mit der Farbe den richtigen Effekt erhielten.

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  Kraus, Gustav (1804 Passau - 1852 München).

Maler, Zeichner und Lithograph.

Der "Bildberichterstatter der Biedermeierzeit" wurde 1804 in Passau geboren. Kam 1824 nach München und wurde Schüler unter Wilhelm von Kobell an der Akademie. 1836 kaufte er ein Anwesen und gründete seinen eigenen Verlag. Als Vorlagen für seine Lithographien dienten ihm meist eigene Zeichnungen und Aquarelle. Seine Arbeiten zeichnen sich durch hohe Naturtreue und reizvolle biedermeierliche Stimmung aus. Er schilderte wie kein anderer das Leben seiner Zeit, die Menschen und ihre Tracht und hielt als Chronist die wichtigsten Ereignisse jener Tage fest.

- Der Oktoberfestzug 1835 mit 24 Lithographien

Werke von A. von Schaden mit Lithographien von G. Kraus:

"Münchner Vergißmeinnicht"
"Neuestes Taschenbuch für Reisende"
"Alpenblumen; oder Fünfundzwanzig malerische Ansichten"
"Alpenröslein; oder: Vierundzwanzig malerische Ansichten"
"Gebirgsalbum oder neueste Sammlung"

Das gesamte Schaffen von G. Kraus ist beschrieben und abgebildet in:

Christine Pressler "Gustav Kraus 1804-1852. Monographie und kritischer Katalog", München 1977. Mit 433 Abbildungen. Das Buch gibt einen hervorragenden Überblick über das Werk eines der bedeutendsten Meister der dekorativen Graphik des 19. Jahrhundert. Es ist erhältlich für 98.- Euro. Bitte fragen Sie uns danach.

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  Kruspersky, Fritz (1911 Passau - 1996 Passau).

Bühnenbildner und Maler.

1930 legte er in Troppau sein Abitur ab und studierte in Prag Architektur, sowie an der Akademie der bildenden Künste. Schon bald widmete er sich der religösen Darstellung. Ab ca. 1935 begann er seine Zusammenarbeit mit dem Verlag Karl Jansen in Kevelaer. Er malte die Bildvorlagen für Wallfahrts- und Andachtsbilder, religiöse Postkarten und Illustrationen. Der Verlag gab ihm keine klare Vorgabe und ließ ihm freie Hand in der Gestaltung. Seine Kompositionen sind Meisterwerke in ihrer treuen Wiedergabe und ihrer intensiven Farbharmonie.

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  Kubin, Alfred (1877 Leitmeritz - 1959 Zwickledt).

Graphiker, Maler und Buchillustrator.

Nach seiner Ausbildung geht er 1898 zum Studium der Kunst nach München. Dort besuchte er zunächst die private Zeichenschule von Ludwig Schmidt-Reutte. Er heiratete die Schwester des Schriftstellers Oscar A. H. Schmitz und korrespondierte mit dem Buchillustrator Karl Rössing. Beeinflusst wurde er von Francisco de Goya, James Ensor, Odilon Redon, Eduard Munch und Max Klinger.

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  Lebschée, Carl August (1800 Schmiegel – 1877 München).

Landschaftsmaler, Zeichner und Lithograph.

1814 bezog er die Münchner Akademie und war Schüler von W.v. Kobell, M.J. Wagenbauer, Dillis und Dorner in der Malerei, sowie von C.J.Chr. Heß in der Radierung. Er hinterließ eine große Anzahl hervorragender Ansichten von Landschaften und Bauwerken. Besonders hervorzuheben sind seine Aquatintaradierungen vom Starnberger See.

"Malerische Topographie des Königreichs Bayern"

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  Lotter, Tobias Conrad (1717 Augsburg - 1777 Augsburg).

Kupferstecher, Kartograph und Verleger.

Der Sohn eines Augsburger Bäckers und Stadtgardisten, heiratete 1740 die älteste Tochter des Verlegers Matthäus Seutter (1678-1757) und arbeitete ab da in dessen Werkstatt als Landkartenstecher. Als produktiver Mitarbeiter und Schwiegersohn erbet er, nach Seutters Tod, zusammen mit dessen Sohn Albrecht Carl Seutter und dem langjährigen Mitarbeiter Johann Michael Probst die Offizin.
Um 1757/58 wurde Lotter der Alleineigentümer. Er entfernte den Namen Seutter von allen Originalplatten und ersetzte ihn durch seinen eigenen.
Nach Lotters Tod führte sein tüchtigster Sohn Matthäus Albrecht Lotter (1741-1810) den Verlag weiter. Seine Brüder Georg Friedrich und Gustav Conrad waren dort ebenfalls als Kupferstecher tätig.
Der Lotter'sche Verlag bestand von 1758 bis 1810.

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  Mercator, Gerhard (1512 Rupelmonde - 1594 Duisburg).

Kupferstecher, Kosmograph und Kartograph.

Der Sohn eines Schusters besuchte die Universität Löwen und beschäftigte sich in privaten Studien mit der Theologie, Philosophie und Mathematik, besonders mit deren praktischen Anwendungsmöglichkeiten. 1536 heiratete er Barbara Schellekens, die ihm drei Söhne und drei Töchter schenkte. Er arbeitete als Landmesser, Instrumentenbauer, war Mitarbeiter von Gemma Frisius (1508-1555) und begann seine ersten Landkarten zu stechen.
Im Jahre 1544 wurde er als Anhänger der Reformation, für mehrere Monate wegen Ketzerei ins Gefängnis gesperrt. Der Passauer Vertrag veranlasste 1552 die Duldung von Protestanten im Reich und Gerhard Mercator nutze dies um in die freie Reichsstadt Duisburg auszuwandern. Dort erwarb er ein ansehnliches Grundstück samt Haus und einem Stück Wald. Dort verdiente er seinen Lebenunterhalt u.a. als Lehrer.
1554 veröffentlichte er eine Europakarte die ihm höchstes Lob einbrachte da ein so exakt gearbeitetes Werk in der Geographie bis dahin noch nicht erschienen war.
Das Werk, das Mercator jedoch unsterblich machen sollte, war seine 1569 erschienene, von 24 Platten gedruckte Weltkarte (1,31 x 2 Meter), mit den nach ihm benannten neuen Projektionen der Längen- und Breitengrade.
Seine Kupferstecher, unterstützt von seinen Söhnen Arnold, Bartholomäus und Rumolt, fertigten verschiedenste Landkarten die in Abständen als Kartensammlung unter dem Namen "Atlas" herausgegeben wurden.

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  Merian, Maria Sibylla (1647 Frankfurt – 1717 Amsterdam).

Malerin und Kupferstecherin.

Tochter von Matthäus Merian des Älteren und Schülerin ihres Stiefvaters Jacob Marrel. Heiratete 1668 den Maler J. A. Graff und zog nach Nürnberg. Zog sich um 1690 nach Schloß Bosch in Westfriesland zurück. 1699 unternahm sie zwecks Tierstudien eine Reise nach Surinam.

"Metamorphosis Insectorum Surinamensium"

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  Merian, Matthäus (1595 Basel - 1650 Schwalbach).

Kupferstecher und Verleger.

Der große Verleger wurde 1595 in Basel geboren. nach Lehr- und Wanderjahren in Straßburg, Nancy, Paris, Augsburg, Stuttgart und den Niederlanden arbeitete er ab 1617 für J.D. de Bry in Oppenheim. 1618 heiratete er Maria Magdalena de Bry. Der Dreißigjährige Krieg vertrieb Merian nach Basel. Er gründete dort eine eigene Werkstatt. nach dem Tode de Brys übernahm Merian zur Sicherung seines Erbteils 1625 die Frankfurter Druckerei. 1626 wurde er Bürger der Stadt. Er starb 1650 in Schwalbach.

Das Frankfurter Verlagsunternehmen entwickelte Matthäus Merian zu einem der bedeutendsten in Europa. Weltberühmt wurden die "Topographien", die in hunderten von Kupferstichen unser Bild der Stadt im 17. Jahrhundert bis heute prägten. "Bleibend ist der große hist. Wert seiner Städtebilder für die europ. Topographie" (Thieme-Becker).
Ein anderes, ebenfalls sehr umfangreiches und erfolgreiches Unternehmen war die Edition des "Theatrum Europaeum". Im Verlaufe von über 100 Jahren entstand in insgesamt 21 Bänden ein beispielloses Geschichts- und Quellenwerk.
Das "Theatrum Europaeum" war als Fortsetzung der Chronik des Johann Ludwig Gottfried gedacht, die ebenfalls bei Merian erschienen war. Nach der Vollendung der "Historischer Chronicken Continuation" Gottfrieds im Jahre 1630 fasste Merian den Plan, auch die ersten 11 Jahre des Dreißigjährigen Krieges von Johann Philipp Abelin bearbeiten zu lassen. Die beiden Bände erschienen unter dem Titel "Theatri Europaei, Das ist: Historischer Chronick".
Im Jahre 1633 kam der zweite Band (er behandelt die Jahre von 1629-1633) auf den Markt, der erste Band, der den Zeitraum von 1617-1629 behandelt, folgte 1635.
Die in den ersten beiden Bänden vorhandene Hinwendung zur Sache der Evangelischen wich in der Folge mehr und mehr einer neutralen Berichterstattung. So ist das "Theatrum Europaeum" als wertvolle und unmittelbare Darstellung der Zeitgeschichte bis heute allgemein anerkannt.
"Was die 21 Bände auch heute noch interessant macht, ist vor allem die Ausstattung mit Karten und Bildern, die Merian und seine Geschäftsnachfolger den Texten beigaben. Die Tafeln zeigen Porträts der Fürsten, Staatsmänner und Heerführer und ... Pläne und Vogelschaubilder von Schlachten, Belagerungen, Feldlägern, auch Schauplätze von Verhandlungen, Schloßbauten und anderes mehr" (Fauser). Im Ganzen enthält das Werk über 1300 Kupferstiche!

Wir haben dem Künstler einen eigenen Katalog gewidmet. Bitte fordern Sie diesen kostenlos an.

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    Moncornet (Montcornet), Baltazar (um 1600 Rouen - 1668 Paris).

Kupferstecher und Verleger.

Als Verleger beschäftigte er viele Zeichner und Stecher. Besonders bekannt ist er für seine Porträts die er hauptsächlich herausgab. Es besteht Zweifel, ob Moncornet überhaupt selbst gestochen hat.

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  Morgenstern, Christian Ernst Bernhard (1805 Hamburg - 1867 München).

Landschaftsmaler, Zeichner und Radierer.

Sohn des Miniaturmalers Johann Heinrich Morgenstern. Lernte bei C. Suhr und S. Bendixen, ab 1827 an der Akademie Kopenhagen und 1829 siedelte er nach München über. Dort wandelt er sich zu einem der bedeutendsten Vertreter des frühen malerischen Realismus. Ab 1853 während des Sommers meist in Dachau. Er pflegte Freundschaften zu C. Rottmann und E. Schleich d. Ä.

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  Neureuther, Eugen Napoleon (1806 München - 1882 München).

Landschaftsmaler, Zeichner, Radierer und Lithograph.

Sohn des Malers und Graphikers Ludwig Neureuther und Bruder des Architekten Gottfried von Neureuther. War Schüler seines Vaters, von Wilhelm von Kobell und Peter von Cornelius. 1847 bis 1856 künstlerischer Leiter der Porzellanmanufaktur Nymphenburg und 1868 bis 1876 Lehrer an der Kunstgewerbeschule in München. Hauptvertreter der deutschen romantischen Illustration.

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  Ortelius, Abraham (1527 Antwerpen - 1598 Antwerpen).

Kartograph, Geograph, Sammler und Archäologe.

Abraham Ortelius studiert Griechisch, Latein und Mathematik. Nach seinem Abschluss arbeitet er vorerst als Buchhändler und Kartenverkäufer. Bildet sich aber schon bald zum Kartographen weiter. 1570 veröffentlicht er die erste Ausgabe von "Theatrum Orbis Terrarum", die erste Sammlung von Landkarten in Buchform. Der Atlas ist so erfolgreich dass er bereits im ersten Jahr 4 mal neu aufgelegt werden muss und zwischen 1570 und 1612 in 42 Ausgaben und 7 Sprachen veröffentlicht wird. Dabei ist Ortelius der erste Kartograph, der namentlich alle seine Quellen für seine Landkarten angibt.

Abraham Ortelius gilt heute als Begründer der modernen Kartographie.

Marcel P.R. van den Broecke "Ortelius Atlas Maps. An illustrated Guide", HES Publishers, 1996.

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  Pocci, Franz von (1807 München - 1876 München).

Dichter, Musiker, Zeichner und Buchillustrator.

Zu Beginn ein juristisches Studium, ab 1830 Zeremonienmeister am bayerischen Hof Ludwigs I., 1847 Hofmusikintendant und ab 1864 Oberstkämmerer am Hofe Ludwigs II. Berühmt geworden als Schöpfer des Kasperl Larifari und seit dem als "Kasperlgraf" bekannt. Poccis Werk als Dichter, Schriftsteller, Illustrator und Karikaturist ist von allerhöchster Bedeutung für das Münchner Puppenspiel, das Münchner Leben unter drei Königen (Ludwig I., Max II. und Ludwig II.) und seine bayerische Heimat. Sein Werk ist geprägt von der deutschen Spätromantik.

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  Prout, Samuel (1783 Plymouth - 1852 Camberwell).

Vedutenmaler (Aquarell) und Lithograph.

Samuel Prout war englischer Vedutenmaler, Aquarellist und Lithograph. 1783 in Plymouth geboren zeigte er früh eine geschickte Hand. Bereits mit 18 Jahren wurde er für J. Brittons "Beauties of England and Wales" tätig. Zwei Jahre später (1803) zog er nach London, wo er sich bis 1812 aufhielt. Er nutzte die Möglichkeit, um sich inspirieren zu lassen und seine eigene Technik zu verfeinern. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, gab er Unterricht, malte Marinebilder und gab Zeichenbücher heraus. Hier machte er sich wohl auch mit der neuen Technik der Lithographie vertraut und perfektionierte sich darin. Ab 1818 bereiste er wiederholt den Kontinent und malte Landschaften und Architekturveduten aus England, Holland, Frankreich, Deutschland, Italien usw.

Der Reiz seiner Arbeiten liegt in ihrer unglaublichen Detailverliebtheit. Von besonderer Präzision ist die Darstellung der vielfältigen historischen Architektur: Fassaden, Fensterläden, Kaminrauch, Straßenschilder, Laternen, Hausnummern, Geschäftsschilder usw. Auch eine belebende Personenstaffage durfte nicht fehlen. Charakteristische, volksnahe Trachtenfiguren, ein Markttag, Fischer beim Einholen der Netze, Geschäfte mit ausgelegten Waren, Soldaten, Frauen beim Wäsche waschen oder Wasser holen. Diese Szenen geben, auch in kleinsten Details, das Leben in seiner ganzen Vielfalt wider.

Besonders zu erwähnen in seinen Aquarellen und Lithographien ist das exzellente Licht- und Schattenspiel, "the truest and happiest association in sun and shade", wie in der Encyclopedia Britannica über Prout geschrieben wird.

"Facsimiles of Sketches made in Flanders and Germany and drawn on Stone by Samuel Prout

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  Ruep, Josef (1886 Hindelang - 1940 München).

Maler und Verleger.

Früh zog es ihn nach München, wo er eine "geographische Werkstatt" eröffnete. Er begann mit klassischen Ansichten bayerischer Städte und Sehenswürdigkeiten, illustrierte Bücher, Reiseführer und Prospekte. Dabei stieß er auf eine Marktlücke: er erkannte, daß neben den normalen Ansichten und Landkarten sich das Relief- oder Vogelschaupanorama besonders für die übersichtliche, klare und plastische Darstellung einer Landschaft eignete. So arbeitete er sich in diese sehr schwierige Materie ein und wurde zum wahren Meister seines Fachs. Sein Renomee war erstklassig und keineswegs auf Deutschland beschränkt. Allerdings war die Gestaltung trotz technischer Hilfsmittel (fliegen, fotografieren) sehr schwierig und arbeitsintensiv: für ein größeres Gebiet mußte mit einer Arbeitsdauer von bis zu vier Jahren gerechnet werden.
Sein Schwager Hans Wolf führte die Firma bis Ende der fünfziger Jahre weiter.

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  Schenk, Petrus der Jüngere (1693 Amsterdam - 1775 Amsterdam).

Kupferstecher und Verleger.

Sohn des Kupferstechers und Verlegers Petrus Schenk dem Älteren (1660-1718). Petrus Schenk zählt zu den Schlüsselfiguren der sächsischen Kartographie. 1711 übernahm er den Verlag seines Vaters, zu dem auch eine Niederlassung in Leipzig gehörte. Das Verlagsprogramm war auf Karten und topographische Ansichten ausgerichtet was Petrus Schenk d.J. weiter vertiefte. Etwa durch den Erwerb der Druckplatten des Verlegers Nicolas Jansson Visscher II oder durch die enge Kooperation mit Adam Friedrich Zürner.
Wohl noch von seinem Vater vorbereitet, veröffentlichte Schenk 1711 Zürners erste Landkarte die "Akkurate geographische Delineation der Diözese oder des Amtes Großenhain", wenig später folgte das Amt Dresden. 1740 war die Hochphase dieser Zusammenarbeit und in dichter Folge erschienen immer neue Karten Zürners, die Schenk 1752 erstmals in seinem "Atlas Saxonicus Novus" zusammenfasste.
Nach seinem Tod führte sein Sohn die Geschäfte fort und brachte 1781 den „Atlas Saxonicus Novus“ nochmals in einer Neuauflage heraus.

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  Schenk, Petrus der Ältere (1660 Elberfeld - 1718/19 Amsterdam).

Kupferstecher, Schabkünstler und Verleger.

Petrus Schenk kam früh nach Amsterdam und wurde dort Schüler von Gerard Valck. Ab 1683/84 Mitinhaber des Kunstverlages von J. Jansen, den er später kaufte. Am 17.10.1687 heiratete er Agatha Valck, die Tochter seines Lehrers. Er wurde von August dem Starken von Sachsen-Polen zum Hofgraveur ernannt.

"Der überwiegende u. wertvollste Teil seines sehr umfangreichen Werkes, Bildnisse, galante Darstellungen und biblische Szenen, ist in Schabkunst ausgeführt" (Thieme-Becker).

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  Seutter, Matthäus (1678 Augsburg - 1757 Augsburg).

Kupferstecher, Kartograph und Verleger.

Nach seiner ungeliebten Ausbildung zum Bierbrauer, schaffte es Matthäus Seutter sich durchzusetzten und bei Johann Baptist Homann (1664-1724) in Nürnberg das Landkartenstechen zu erlernen. 1707 kam er zurück und war für Jeremias Wolf tätig, bis er ca. 1710 seine eigene Offizin gründete. Im Jahr 1725 veröffentlichte er seinen ersten Atlanten.

Nach seinem Tod 1756 ging der Verlag zunächst in drei Teile. So erbten sein Sohn Albrecht Carl Seutter (1722-1762), sein Schwiegersohn Tobias Conrad Lotter (1717-1777) und sein langjähriger Mitarbeiter Johann Michael Probst (gest. 1806).

Christian Sandler "Matthäus Seutter und seine Landkarten. Ein Hanbuch", Rockstuhl, 2001.

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  Warnberger, Simon (1769 Pullach - 1847 München).

Landschaftsmaler, Radierer und Lithograph.

1769 in Pullach geboren und breits früh in München von J.G. Winter unterrichtet. Später besuchte er in München die Kunstakademie. Der größte Teil seiner Bilder entstand in München, "wo der Künstler eine Reihe von Jahren tätig war, und neben Dillis, Dorner, Kobell, Conjola und Wagenbauer seinen Ruf behauptete" (Nagler S. 126). Max I. Joseph ernannte ihn 1810 zum königlichen Hofmaler, Mitglied der Akademie wurde er 1824. Er stab 1847 in München.

In seinen mit Figuren und Tieren staffagierten Landschaften ist er einer der besten Vertreter der süddeutschen Landschaftsmalerei im frühen 19. Jahrhundert.

Früh schon setzte er sich mit der neuen Technik der Lithographie auseinander. Er schuf eine ganze Reihe romantischer Landschaftsansichten mit oberbayerischen Motiven, durchwegs Inkunabeln der Lithographie.

Heute noch geläufig ist uns Simon Warnberger durch seine kongeniale Umsetzung der Aquarelle von Johann Georg von Dillis.

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  Weiner (Weinher), Peter (gest. 1583 München).

Kupferstecher, Münzwardein, Stempel- und Siegelschneider.

Peter Weiner wurde 1572 in München als Wardein angestellt. Er schnitt im Auftrag des Hofes ein Sekret, sowie Stöcke und Stempel für das Silber der herzöglichen Silberkammer. Vermutlich betätigte er sich auch als Goldschmied, da er 1578 vom Kurfürst von Sachsen die Bezahlung für 2 eingefaßte Kristallspiegel und 2 getriebene und vergoldete Tafelbilder erhielt.
1577 wurde Peter Weiner von Albrecht V. mit einer neuen Ausgabe der 24 bairischen Landtafeln Philipp Apians in Kupferstich beauftragt, die unter Mitwirkung einiger Gestellen 1579 erschien.

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  Wening, Michael (1645 Nürnberg - 1718 München).

Kupferstecher.

Den Beruf des Vaters zu erlernen machte ihm keine Freude, er wurde "Büchsen- und Kupferstechergeselle". 1668 musste er überstürzt aus Nürnberg flüchten; die ledige Katharina Recknagel bekam ein Kind von ihm. So kam er nach München. Dort hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser bis er zum "Hofkupferstecher" (ohne Bezahlung) ernannt wurde. Mitte der neunziger Jahre begann er mit der Planung für sein bedeutendstes Werk, die Topographie Altbayerns. Zwar konnte er die Behörden und den Kurfürsten schnell begeistern, aber sie waren lediglich bereit 10% der Gesamtkosten zu zahlen - und das noch in Raten!
Michael Wening musste beträchtlich zuzahlen doch es gelang ihm bereits 1701 den 1. Band das Rentamt münchen erscheinen zu lassen. Die vielfältigen Schwierigkeiten rieben ihn auf, völlig verarmt und fast erblindet starb er.
Seinen Erben gelang es die Bände Burghausen 1721, Landhut 1723 und Straubing 1726 herauszubringen und die mit 850 Abbildungen wohl größte Landestopographie die je erschien und bedeutendste bayrische Topographie zu beenden.

"Historico-Topographica Descriptio"

Wir haben dem Künstler einen eigenen Katalog gewidmet. Bitte fordern Sie diesen kostenlos an.

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